Gesundheitsförderung

Individuelle Gesundheitsförderung und Suchtprävention fördern das Wissen, die Erfahrung, die Fähigkeiten und Ressourcen des Einzelnen, die das Entstehen eines Suchtverhalten verhindern, weil sie dessen Persönlichkeit und Autonomie stärken. Das wird in persönlichen Beziehungen, in der Arbeit mit Gruppen und über die Massenmedien erreicht.

Strukturelle Gesundheitsförderung und Suchtprävention vermindern suchtfördernde Faktoren im Umfeld. Sie beziehen sich auf Gesetze, Lebens-, Arbeits- und ökologische Bedingungen. Sie beeinflussen die sozialen und gesellschaftlichen Strukturen mit dem Ziel, die Zahl der positiven Faktoren zu vermehren und die Zahl der negativen zu verringern.

Der Begriff Gesundheitsförderung ist als Motto eines gesundheitspolitischen Aktionsprogramm entstanden, das zum Ziel hatte, die Gesundheitsziele von „Gesundheit für alle im Jahr 2000“ zu erreichen. Die Ziele und die Prinzipien der Gesundheitsförderung sind Anfang der 80er Jahre im europäischen Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation entstanden (WHO). 1986 wurden sie in der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung zusammengefasst. Diese Charta wird als neues Kapitel im Bereich New Public Health verstanden.

In der Ottawa-Charta wird Gesundheitsförderung als Prozess definiert, der allen Menschen, nicht nur einer bestimmten Gruppe, eine grössere Entscheidungsfreiheit in Sachen Gesundheit ermöglicht und so deren Gesundheit positiv beeinflusst. Diese Definition ist in Jakarta in den Erklärung zur Gesundheitsförderung für das 21. Jahrhundert (1997) festgehalten. Gesundheitsförderung wird seither als Prozess verstanden, der Menschen ermöglicht, mehr Kontrolle über die eigene Gesundheit zu übernehmen und diese durch Einflussnahme auf die Grundbedingungen für Gesundheit zu verbessern. 

Der Philosophie der WHO entsprechend (Gemäss der Erklärung  von Alma-Ata 1978) wird der Zugang zur Gesundheitsförderung mit klarem Fokus auf den Abbau gesundheitlicher und sozialer Ungleichheiten erreicht, mit dem Schaffen von Chancengleichheit.

Gesundheitsförderung ist nach dem Verständnis der WHO ein Konzept, dass zur Analyse und zur Stärkung gesundheitlicher Ressourcen der Menschen selbst und der Gesellschaft als Ganzen zu verwenden ist. So ist das Konzept der Gesundheitsförderung mit der Perspekltive der Salutogenese verbunden und es stellt sich die Frage: Wie und wo entsteht Gesundheit? Diese gesundheitsorientierte Perspektive führt dazu, die eigentlichen Ressourcen von Gesundheit und ihr Potential zu identifizieren und ermöglicht deren gezielte, aktive Stärkung. In der Vergangenheit war Gesundheitsförderung ein Schritt weg von Gesundheitserziehung und Prävention, die an Pathogenese, an Ursachen von Krankheiten und Risikofaktoren, orientiert war. Heute ist Gesundheitsförderung ganz auf gesundheitsfördernde Ressourcen und Potentiale ausgerichtet und stellt diese auf gleiches Niveau wie die an Ursachen und Risiken orientierte Prävention. Nach Waller sind Gesundheitsförderung und Prävention die zwei Hauptmethoden zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit (Bild 1).