Suchtprävention

Prävention als Begriff

Suchtprävention ist ein aktiver Prozess, der auf die Förderung konstruktiver Lebensstile (Verhaltensweisen) und Normen ausgerichtet ist, die die Möglichkeit verringern, dass Drogen missbraucht werden, und gleichzeitig auf eine Entwicklung eines sozialen und physischen Umfelds, dass das Wählen gesunder Lebensstile leichter macht. (Ceric, Mehic-Basara, Oruc, Salihovic, 2007)

Komponenten von Suchtprävention

Die drei Komponenten der Suchtprävention sind: Suchtmittel, Personen, Umfeld.

Das Verhältnis suchtgefährdeter Menschen zu Suchtmitteln kann in verschiedene Intensitätsgrade eingestuft werden. Die Person kann die Suchtmittel nicht konsumieren (das heisst Abstinenz). Eine solche Haltung wird durch Selbstbewusstsein, Selbstachtung, Gesetzesregulativen, usw. gefördert. Wenn Suchtmittel sporadisch konsumiert werden, geschieht dies meist aus dem einfachen Wunsch nach Genuss oder mit einem bestimmten Ziel und Nutzen (Beruhigung, Einschlafhilfe, Konzentrationshilfe, usw.). Der nächste Intensitätsgrad ist, dass Suchtmittel gewohnheitsmässig eingenommen werden, was meist mit einem „Das machen doch alle so“ begründet wird und sich in automatisierten, ohne weiteres Nachdenken vollzogenen, gewohntheitsmässigen Handlungen ausdrückt. Suchtmittelmissbrauch ist eng mit dem bereits erwähnten Konsum von Suchtmitteln verbunden, nur dass der Abhängige in diesem Stadium einen unangenehmen Zustand, wie Stress, Langeweile, Einsamkeit, einen schlechten körperlichen Zustand, Angst, etc. verändern will.

Das Verhältnis von Umfeld und Suchtmitteln spiegelt sich in den gesetzlichen Regulativen wieder, die das Recht Jugendlicher schützt, vor dem Konsum, der Mitarbeit in der Herstellung oder dem Handel mit Drogen- und Suchtmitteln geschützt zu werden (UN Kinderrechtskonvention, Artikel 33). Verantwortlich für dieses Verhältnis sind die staatlichen Institutionen und die entsprechenden ausführenden Organe. Ein weiterer Faktor ist hier auch die Farmaindustrie, die Medikamente und andere Mittel, die missbraucht werden können, herstellt und vertreibt. Ihre Verantwortung ist es, die Gesetze in Bezug auf Werbung und Altersgrenzen einzuhalten.

Arten der Suchtprävention

Um die Zahl der Jugendlichen, die Suchtmittel konsumieren, zu verringern, müssen Präventionsmassnahmen ergriffen werden. Suchtprävention umfasst Aktivitäten, die die persönlichen, sowie die Ressourcen des gesellschaftlichen und institutionellen Umfelds stärken. Suchtprävention ist auf zwei  Ziele ausgerichtet: Gesundheitsförderung und Krankheitsverhinderung. Wenn wir über Prävention sprechen, dann unterscheiden wir zwischen universeller, selektiver und indizierter Suchtprävention.

Die universelle Prävention will das Enstehen einer Sucht durch das Verbessern der Lebensumstände und der Stärkung der Persönlichkeit verhindern. Sie ist auf die ganze Bevölkerung ausgerichtet und fördert auf strukturellem (Politik, Medien, Kampagnen, Institutionen, Infrastruktur) und individuellem Niveau (soziales Lernen, Erziehung, Sensibilität) Schutzfaktoren. Sie hat eine langfristige Perspektive.

Die selektive Prävention beschäftigt sich mit dem frühstmöglichen Aufdecken von biologischen, psychologischen und sozialen Risikofaktoren von Abhängigkeiten und will diese verringern. Sie wird bei gesunden Menschen angewandt, in deren Leben Risikofaktoren bestehen, die zum Entstehen einer Sucht in der Zukunft beitragen können.

Unter indizierter Prävention verstehen wir Massnahmen die auf einzelne Individuen ausgerichtet sind, die Risikoverhalten an den Tag legen, das die diagnostischen Kriterien einer Abhängigkeit (noch) nicht erfüllt.

Wie geschieht Suchtprävention in der Praxis?

So schwer Suchtprävention zu definieren ist, so schwer ist es auch zu definieren, was sie in der Praxis meint. Suchtprävention hängt vor einer Reihe von Faktoren ab, wie z.B.: Persönlichkeit, Umfeld, ökonomisch-soziale Lebensbedingungen, Bildungsniveau, Alter, usw. Die Arbeit an der Verbesserung all dieser Faktoren vor Ort, kann in folgenden Schritten dargestellt werden:

Suchtprävention bietet Jugendlichen eine Alternative,

- wie sie geniessen können, ohne illegale oder schädliche Substanzen zu konsumieren,

- wie sie unangenehme Emotionen und Situationen auf gesunde Weise überwinden und verändern können.

Suchtprävention vermittelt Jugendlichen (aber auch Eltern, LehrerInnen, Verantwortlichen der Regierung) Wissen zur Problematik des Konsums und des Missbrauchs von Suchtmitteln. Sie

- ermöglicht Jugendlichen, Selbstvertrauen und Selbstwert zu gewinnen, stärkt ihre Kommunikationsfähigkeiten, damit sie dem Gruppendruck widerstehen und Konflikte und Krisen konstruktiv lösen können.

 

Suchtprävention zeigt und belohnt Beispiele „guter Praxis“:

- Organisationen und Personen, die Jugendliche durch gesellschaftliches Engagement schützen (Politiker, Nichtregierungsorganisationen, usw.),

- Industrien und Verkaufslokale, die die gesetzlichen Richtlinien achten,

- Jugendliche und Erwachsene, die positiv wirken und wirkliche Vorbilder für ein gesundes Leben sind.