„Ältere Schwester, älterer Bruder“
Das Projekt „Ältere Schwester, älterer Bruder“ vermittelt 48 Kindern und Jugendlichen in Sarajevo und Zenica, die in besonderen Risikosituationen aufwachsen (unter der Armutsgrenze lebend, Gewalterfahrungen, Verlust von Eltern in der frühen Kindheit, invalide, traumatisierte arbeitslose Eltern, Probleme mit Alkohol, Delinquenz, Ausgrenzung usw.) eine Studentin oder einen Studenten als „ältere Schwester“ oder “älteren Bruder“, die sich in der Freizeit regelmässig für gemeinsam vereinbarte Aktivitäten treffen.
Die Solidarität mit geschwächten und bedürftigen Mitgliedern innerhalb der Familie hat auf dem Balkan einen sehr grossen Stellenwert. Weil vielen Kindern als Folge des Krieges familiärer Schutz und Begleitung fehlen, bilden wir StudentInnen der Universitäten in Sarajevo und Zenica aus, damit sie einem gefährdeten Kind zur Bezugsperson werden, auf die es sich verlassen kann und die ihm Vorbild für die Gestaltung eines erfüllten Lebens ist. Eine solche freundschaftliche Beziehung trägt dazu bei, Auswirkungen von Entwicklungsnachteilen abzumildern und sozialer Ausgrenzung sowie den oft anschliessenden schulischen Schwierigkeiten, Substanzmissbrauch und gewalttätigem Verhalten vorzubeugen.
Den StudentInnen der Universitäten Sarajevo und Zenica bietet das Projekt neben der einführenden Ausbildung zweimal monatlich Beratungs- und Supervisionssitzungen mit ausgebildeten Fachkräften an, um Probleme in der Arbeit mit Kindern und Familien besser zu verstehen und zu bewältigen und die persönliche und professionelle Entwicklung zu fördern.
Durch die Zusammenarbeit mit Fachkräften in den staatlichen Sozialzentren und an Universitäten leistet das Projekt einen wirkungsvollen Beitrag zur Reform des sozialen Schutzsystems von Bosnien und Herzegowina, insbesondere im Bereich der sozialen Integration und der Förderung von sozialer Gerechtigkeit.
Mit diesem Projekt ist NARKO-NE Modell für 7 weitere Organisationen aus den Universitätsstädten Banja Luka, Foca, Mostar, Tuzla und Zenica, mit denen wir seit 2009 ein partnerschaftliches Netzwerk aufbauen.
Für den Netzwerkpartner Medica, eine Frauenorganisation in Zenica, die Frauen und Kinder mit Missbrauchs- und Gewalterfahrung im und nach dem Krieg begleitet, ist der Einbezug von Studierenden zur Unterstützung der Kinder nach der Rückkehr in die Familie besonders anspruchsvoll. Durch eine Starthilfe und indem unsere Fachkräfte gezielt zusammen arbeiten, möchten wir ihnen unter die Arme greifen.
